Flüssiggas im Privathaushalt

In immer mehr Privathaushalten erfreuen sich Flüssiggase (Propan) einer zunehmenden Beliebtheit. Egal ob im Sommer zum Grillen, zum Unkraut "flämmen", im Winter zum Wärmen an einer Gaslaterne oder am Heizlüfter. In der Campingküche gehört das Flüssiggas ohnehin seit eh und je zum Standard. Die Verwendbarkeit der in den meisten Fällen genutzten 11 kg Gebinden (Flaschen) ist sehr groß.

Mit der steigenden Beliebtheit allerdings, steigt leider auch die Häufigkeit von Unfällen, deren Verlauf oft schwere bis sogar tödliche Verletzungen mit sich bringt. Da die Ursachen meistens im falschen oder fahrlässigen Umgang liegen, möchten wir Ihnen einige wichtige Hinweise zum Gebrauch von Flüssiggas geben.

Verwenden Sie bitte nur Geräte und Armaturen, die mit entsprechendem Prüfdatum ausgestattet sind. Die Gebinde unterliegen einer Prüffrist von 15 Jahren, das Jahresdatum der nächsten fälligen Überprüfung ist in der Regel im Bereich des Flaschenhalses eingeschlagen. Gebinde deren Prüffrist abgelaufen ist, dürfen nicht verwendet werden!

Flüssiggas hat die Eigenschaft, dass es schwerer ist als Luft ist. Unkontrolliert ausströmendes Gas bildet regelrechte unsichtbare Seen an tiefer gelegenen Stellen, die in Verbindung mit einem ausreichenden Luft/Sauerstoffgemisch hoch explosiv sind.

Es besteht also die Gefahr, dass das Gas in tiefer gelegene Geschosse und/oder Kanäle abfließt um dort in Verbindung mit einer Zündquelle zu explodieren. Der Zündbereich von Propangas liegt bei ca. 2 - 10 Vol%. D.h. in einem Raum müssen also 2 - 10 % Propangas enthalten sein, um ein zündfähiges Gemisch zu erreichen.

Auch aus diesem Grund darf eine Propangasflasche nicht in einem Raum unter Erdniveau (z.B. Keller) gelagert werden. Auch die Lagerung in Fluren, Treppenräumen und Durchgängen ist nicht gestattet.
 

Tipps zur Handhabung:

  • Flüssiggasbehälter niemals in der Nähe von Hitzequellen aufbewahren. Bei Erwärmung der Flasche (besonders bei Brandeinwirkung) steigt der Druck im Inneren rapide an. Durch eine Sicherheitseinrichtung am Ventil strömt zwar Gas ab, allerdings kann es bei Brandeinwirkung zu einem so raschen und hohen Druckanstieg kommen, der zu einem Druckgefäßzerknall (Explosion) führen kann. Hierbei sind Flugweiten des 11 kg Gebindes von bis zu 200 Metern durchaus möglich.
  • Überprüfen Sie vor jedem Gebrauch die Schläuche, Ventile und die entsprechenden Verbraucher (z.B. Handbrenner) auf ordnungsgemäßen Zustand.
  • Nach der Montage des Schlauches und eines Verbrauchers müssen Sie die Dichtheit des Systems überprüfen. Hier empfiehlt es sich (nach öffnen des Flaschenventils) die lösbaren Verbindungen mit einem Leckspray abzusprühen. Bei einer möglichen Undichtigkeit würde sich das durch eine aufschäumende "Bläschenbildung" bemerkbar machen.
  • Nach dem Gebrauch sollten Sie das Ventil an der Flasche schließen und ggf. die Verbraucher wieder demontieren, Verschraubungsstopfen wieder aufschrauben (Linksgewinde) und die Schutzkappe wieder über das Ventil stülpen.

Falls es einmal zu einem Brand kommt, sollten Sie, wenn möglich, die Flasche aus dem Gefahrenbereich schaffen oder die Feuerwehr sofort bei Eintreffen darüber informieren, dass sich noch ein oder mehrere Flüssiggasgebinde im Gefahrenbereich befinden.

Riskieren Sie es nicht, sich selbst oder andere einer unnötigen Gefahr auszusetzen!

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