Historie der Löschgruppe Marienhagen

Als die Marienhagener 1899 die Freiwillige Feuerwehr Marienhagen gründeten, taten sie dieses nur aufgrund der Drohungen durch das Bürgermeisteramt in Wiehl. Dieses drohte Strafen (z.B. Strafzahlungen für alle Einwohner) an, für den Fall, dass keine Feuerwehr gegründet werde.

Doch schon vorher befand sich eine Feuerspritze in Marienhagen. Diese wurde in einem dafür bereitgestellten Raum der Kirche aufbewahrt.

Doch nur auf den bereits erwähnten Druck waren 8 Bürger bereit, sich in einer Freiwilligen Feuerwehr zu organisieren. Dies lag sicherlich auch an der schlechten Ausstattung der Wehr.

Bis auf die Feuerspritze, deren Herkunft ungeklärt ist, gab es keine weitere Ausrüstung. Es fehlte an Räumen zum Unterricht, Uniformen, Stiefeln, Hakengurten, Löscheimern. Und an Unterstützung durch die Bürger selber.

Haussammlungen zur Finanzierung der Feuerwehr brachten nur geringe Geldbeträge ein. Aus diesem Grund wurde ein Eintritts- und ein Strafgeld erhoben. Jeder Feuerwehrmann der zum Dienst erschien, musste ein Eintrittsgeld bezahlen! Doch jeder Feuerwehrmann der unpünktlich erschien oder dem Dienst unentschuldigt fern blieb, musste das Eintrittsgeld und eine Strafe bezahlen! Auch dieses half nicht gerade dabei, die Zahl der Wehrmänner zu erhöhen. Lediglich der Disziplin der Wehrmänner und der Feuerwehrkasse tat diese Regelung gut.
Doch vielleicht war es gerade diese Disziplin und außergewöhnliche Einsatzbereitschaft der Wehrmänner die das Ansehen der Feuerwehr in der Bevölkerung steigen ließen.

So wurden immer mehr Bürger in die Feuerwehr aufgenommen. Es gab eine Einsatzabteilung (die Brände bekämpfte), eine Ordnungsabteilung (die Schaulustige fern hielt) und eine Unterstützungsabteilung (die da aushalf, wo gerade Hilfe benötigt wurde).
Doch erst im Jahr 1937 wurde der Steigerturm auf der jetzigen Kreuzung Marienhagener Straße/Enselskamp/Talstsraße erbaut.

Dieser musste später jedoch dem Straßenbau in Marienhagen weichen.

In der Zwischenzeit hatte sich die Feuerwehr zu einer festen Institution in der Dorfgemeinschaft gemausert. In Handarbeit wurde ein Brandweiher errichtet (in der heutigen Weiherstraße) der dazu beitrug die Sicherheit im Dorf zu verbessern. Das Holz für die Schalung und der Beton hierfür wurden von einem Unternehmer gestiftet.

Auch die Bevölkerung zeigte bei den Haussammlungen mittlerweile Ihre Anerkennung für die Wehr. So konnte die Feuerwehr mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge (diese waren von jedem Feuerwehrmann zu bezahlen – die Eintritts- und Strafgelder waren abgeschafft) und der Haussammlungen Ihre Ausrüstung verbessern. Es gab Uniformen für jeden Wehrmann und Hakengurte für die Steigerführer. Auch wurden in verschiedenen Gebäuden des Dorfes Löscheimer vorgehalten, damit die in der Nähe wohnenden Wehrmänner mit der Brandbekämpfung beginnen konnten, bis die übrigen Kameraden mit der Feuerspritze vor Ort waren.

Auch das Feuerwehrfest wurde zu diesem Zeitpunkt begründet. In den Anfangsjahren wurde das Fest an der so genannten Felsenhöhle in Pergenroth gefeiert. Hierfür wurde der Platz vor der Felsenhöhle (diese entstand beim Kirchenbau, da an diesem Ort der Kalk für die Kirche gebrannt wurde) mit einem großen Zelt zu einem Festplatz ausgebaut.

So prägten Tanz und Gemütlichkeit lange Jahre die Feuerwehrfeste, zu denen die Wehrmänner noch in Ausgehuniform erschienen und die durch Tanz vom Wehrführer eröffnet wurden.

Jedoch bekam die Wehr in der Zwischenzeit so viel Andrang, das ein Aufnahmestopp verhängt wurde. Die Gesamtstärke der Wehr betrug im Jahre 1916 immerhin 67 Mitglieder.

Jedoch waren hiervon nur 30 tatsächlich im Dienst, da die anderen 37 Wehrmänner im Krieg eingesetzt wurden. In den Annalen der Feuerwehr wird davon berichtet, dass zu dieser Zeit an Weihnachten so genannte „Liebespakete“ an die im Felde stehenden Kameraden geschickt wurden. Der Inhalt bestand hauptsächlich aus Tabak und Lebensmitteln. Auch wurde von der Wehrführung beschlossen, dass die Kameraden für die Dauer des Kriegsdienstes kein Mitgliedsbeitrag zu zahlen hätten.

Diese „Liebespakete“ wurden auch zu Anfang des Zweiten Weltkrieges an die Kameraden verschickt. Jedoch enden die Aufzeichnungen der Feuerwehr im Jahre 1943 und beginnen erst wieder im Jahre 1947. Daher ist nicht bekannt wie viele Kameraden zum Kriegsdienst eingezogen wurden und gefallen sind.

Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Marienhagen weiter. Wenn auch unter geändertem Namen.

Im Zuge der Gebietsreform sollte die Freiwillige Feuerwehr Marienhagen in die Freiwillige Feuerwehr Stadt Wiehl eingegliedert werden. Daher beschloss die Wehr einstimmig ihre Auflösung und den Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Stadt Wiehl.

Seit dem heißt die Feuerwehr Marienhagen offiziell Freiwillige Feuerwehr Stadt Wiehl, Löschgruppe Marienhagen.

Doch ob Feuerwehr oder Löschgruppe – die Arbeit ist die Gleiche.

23 Männer und - seit 2002 - eine Frau bewältigen etwa 30 Einsätze pro Jahr. Ungefähr 3.000 Arbeitsstunden jährlich werden durch die Löschgruppe in Einsätze, Ausbildung und Gerätepflege investiert. Heute hofft die Wehr auf einen Neubau des Gerätehauses, denn die Räumlichkeiten sind in der 1968 zum Feuerwehrhaus umgebauten ehemaligen Volksschule viel zu klein. Seit dem Jahr 1996 kümmert sich, neben der Stadt als Träger der Feuerwehr, ein Förderverein um die Finanzierung der Ausrüstung. Hier kann jeder einzelne Bürger mithelfen. Auch Sie.

Denn gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit wird die Hilfe untereinander immer wichtiger.